Beschreibung des kraniosakralen Systems

 

Wie die Bezeichnung Kraniosakral schon andeutet, sind Schädel und Wirbelsäule die zentralen Körperregionen, mit denen die Kraniosakrale- Therapie (Verfahren) befasst ist. Beide schließen sich als schützende Knochen um das Zentrale Nervensystem des Menschen, bestehend aus unserem vielschichtigen Gehirn und dem Rückenmark. Dazwischen liegt ein Flüssigkeitsbett, dass einen weiteren dämpfenden Schutz für unser nervliches Zentrum ausmacht. Diese Flüssigkeit, der Liquor cerebrospinalis, wird tief im Inneren unseres Gehirns durch zottenartige Aderngeflechte an den Hirnhäuten gebildet und auch teilweise wieder zurückgenommen. Dieses Hervorbringen und wieder Zurücknehmen scheint letztendlich das Pulsieren zu erzeugen, welches für den Therapeuten (Anwender) Leitsymptom seiner Hilfestellungen und für jeden, aufmerksam Hinfühlenden Menschen ebenfalls spürbar ist. Die gesamte Liquorflüssigkeit wird auf diese Weise drei bis sechsmal pro Tag vollständig ausgetauscht.

Das gesamte kraniosakrale System müssen wir uns als halb geschlossenes hydraulisches System vorstellen. Die wichtigste Funktion dieses Systems ist, durch harmonisches Schwingen oder Vibrieren die körpereigenen Flüssigkeiten in alle Teile des Körpers zu verteilen. Dabei spielt die Fließgeschwindigkeit, die Richtung der Rotation und der Druck eine wesentliche Rolle. Das beste Beispiel ist unser Gehirn: Mit einem Gewicht von ungefähr 1,5 Kilogramm wiegt es schwimmend im Liquor nur etwa 50 Gramm. Dabei muss allerdings der Druck präzise stimmen. Bei Veränderung des Druckes oder der Flüssigkeitsmenge treten akute Störungen auf wie Übelkeit, Kopfschmerz, Schwindel usw. Wir sind in diesem System in der Lage, durch leichten Zug (5 bis 10 Gramm) die Druckverhältnisse zu verändern. Zieht man also an den unteren Extremitäten, so bildet sich an der gegenüberliegenden Stelle ein Unterdruck, der wiederum den umschließenden Organen oder Muskeln die Möglichkeit bietet sich auszudehnen. Alle Einflüsse, die von außen auf dieses System einwirken, verändern die Fließgeschwindigkeit sowie den ihm eigenen Rhythmus. Man muss also mit sehr sanften Bewegungen in dieses System eingreifen, um es wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Leichtere Kräfte erzielen meistens bessere Ergebnisse

Eine leichte Kraft, die man über einen längeren Zeitraum aufrecht hält, hat oftmals einen besseren Effekt, als eine starke Kraft über einen kurzen Zeitraum. (Geduld!)

Bei einer zu starken Kraft tritt in der Regel eine Abwehrspannung auf, welche oftmals keine Lösungsvorgänge erlaubt.

Eine offene, passive empfangende Haltung des Therapeuten (Anwenders) ist förderlich für eine effektive Arbeitsweise.

Der Therapeut (Anwender) gibt dem Körper lediglich Hilfestellung zur Selbstheilung.